Virtuelle Maschinen können von einem Virtualisierungs-Host auf einen anderen Host migriert werden. Abhängig von der verwendeten Virtualisierungssoftware und der verwendeten Hardware ist eine solche Migration unterbrechungsfrei (Live Migration) oder mit einer kurzzeitigen Unterbrechung (Cold Migration) möglich. Mit Cold Migration ist auch eine Migration von einem Intel Xeon Host zu einem AMD EPYC Host oder umgekehrt möglich.
Die folgende Tabelle zeigt, unter welchen Voraussetzungen eine Live Migration beziehungsweise eine Cold Migration möglich ist:[1][2]
| Live Migration | Cold Migration | |
|---|---|---|
| Intel -> AMD | - | ✔ |
| AMD -> Intel | - | ✔ |
| Intel Xeon Scalable (Skylake) -> Intel Xeon Scalable (Skylake) | ✔ | ✔ |
| Intel E5 2600 v4 (Broadwell) -> Intel Xeon Scalable (Skylake) | (nur mit Beschränkung der CPU Funktionen, z.B. EVC)[3][4] | ✔ |
| AMD EPYC (Zen) -> AMD EPYC (Zen) | ✔ | ✔ |
| AMD Opteron (Piledriver) -> AMD EPYC (Zen) | (nur mit Beschränkung der CPU Funktionen, z.B. EVC) | ✔ |
Bei einer Live Migration wird eine virtuelle Maschine unterbrechungsfrei von einem Virtualisierungs-Host auf einen anderen übertragen. Je nach Virtualisierungslösung werden unterschiedliche Begriffe für die Live Migration verwendet:
Für eine Live Migration müssen der Quell-Host und der Ziel-Host dieselben CPU Funktionen (CPU Flags) bereitstellen. Daher ist eine Live Migration nur möglich wenn:
Bei einer Cold Migration wird die virtuelle Maschine am ursprünglichen Host zuerst kontrolliert herunter gefahren. Anschließend wird sie am neuen Host gestartet. Es kommt damit zu einer kurzen Unterbrechung des Betriebs der virtuellen Maschine.[8]
Bei den meisten Anwendungen spielt es keine Rolle wenn eine VM, die auf einem Intel-basierenden Host erstellt wurde, nach einer Cold Migration auf einem AMD-basierendem Host läuft (oder umgekehrt). Ausnahme sind Anwendungen, die spezielle CPU-Funktionen nutzen, die entweder nur von Intel oder nur von AMD bereitgestellt werden. Ein Beispiel sind hier die AVX-512 VNNI Funktionen[9] von Intel Cascade Lake Prozessoren. Werden VMs mit Anwendungen, die diese optimierten Funktionen verwenden, auf Hosts mit anderen CPUs migriert (hier z.B. AMD CPUs oder ältere Intel CPUs), so können diese Anwendungen naturgemäß diese CPU Funktionen nicht mehr verwenden. Bei anderen Anwendungsfällen wie Matlab gibt es bei Intel und AMD ähnliche CPU Funktionen, die alternativ verwendet werden können. Voraussetzung ist hier, dass die jeweilige Anwendungssoftware die Funktionen beider Hersteller unterstützt.[10]
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Autor: Werner Fischer Werner Fischer arbeitet im Product Management Team von Thomas-Krenn. Er evaluiert dabei neueste Technologien und teilt sein Wissen in Fachartikeln, bei Konferenzen und im Thomas-Krenn Wiki. Bereits 2005 - ein Jahr nach seinem Abschluss des Studiums zu Computer- und Mediensicherheit an der FH Hagenberg - heuerte er beim bayerischen Server-Hersteller an. Als Öffi-Fan nutzt er gerne Bus & Bahn und genießt seinen morgendlichen Spaziergang ins Büro.
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