RAID-DP

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RAID-DP (RAID Double Parity) erweitert ein RAID 4 um eine zweites Laufwerk für Paritätsdaten. RAID-DP wurde von NetApp entwickelt[1] und im Jahr 2003 mit Data ONTAP 6.5 (dem Betriebssystem der NetApp Filer) eingeführt.[2] RAID-DP kommt in Verbindung mit NetApp's WAFL (Write Anywhere File Layout)[3][4] zum Einsatz.

Funktionsweise

  • RAID-DP verwendet wie RAID 4 zunächst eine horizontale Parität (P).
  • Als Erweiterung zu RAID 4 ergänzt RAID-DP eine diagonale Parität (DP).
  • Durch die doppelte Parität können bis zu zwei Laufwerke ausfallen ohne dass es in dieser RAID Gruppe zu einem Datenverlust kommt. RAID-DP erfüllt damit die Anforderungen an ein RAID 6 laut SNIA Definition.[5]
  • der Row-Diagonal Parity Algorithm zur Berechnung der diagonalen Parität erfordert dass die Summe der Anzahl aller Datenlaufwerke plus das erste Laufwerk mit Paritätsdaten eine Primzahl p und größer als 2 ist. NetApp verwendet als Primzahl 257. Die überschüssigen und nicht vorhandenen Laufwerke werden dabei als Laufwerke die ausschließlich Nullen enthalten angenommen (zero-filled disks), die XOR Paritätsberechnung wird durch Nullen nicht beeinflusst. Damit kann ein RAID-DP Array durch Ergänzung von zusätzlichen leeren Laufwerken ohne Neuberechnung von Paritäten (kein Reconstruct) einfach erweitert werden.[6]

Vergleich RAID-DP zu RAID 6

Eigenschaft RAID-DP RAID 6 (Galois field)
Funktionsweise RAID DP RAID 6
Paritätsinformationen
  • Paritäten werden auf zwei Laufwerken gespeichert
  • erste Parität wird mittels XOR berechnet (ist identisch zu RAID 4)
  • zweite Parität wird mittels XOR berechnet
  • Paritäten werden auf alle Laufwerke verteilt
  • erste Parität wird mittels XOR berechnet (ist identisch zu RAID 5)
  • zweite Parität entspricht orthogonaler Kalkulation
Verfügbarkeit
  • in Speichersystemen von NetApp
Vorteile
  • ein bestehendes RAID 4 kann durch Ergänzung eines zweiten Laufwerks für Paritätsdaten einfach auf ein RAID-DP erweitert werden
  • bei plötzlichen Platzmangel kann ein RAID-DP unmittelbar und ohne Reconstruct auf ein RAID 4 zurückgestellt werden, damit werden alle DP Platten eines Aggregates sofort zur Datenspeicherung verfuegbar
  • einfache Berechnung der zweiten Parität (XOR Berechnung), daher nur kleinste Performance-Einbußen beim Schreiben
  • Disk-Erweiterung der RAID-Gruppe ohne Reconstruct (zusätzlicher Speicherplatz ist sofort verfügbar, kein Reconstruct bedeutet auch keine Performance-Einbußen durch einen Reconstruct)
  • Paritätsdaten werden alle Laufwerke verteilt, daher gleichmäßige Auslastung aller Laufwerke
Nachteile
  • ausschließlich auf NetApp Systemen nutzbar
  • aufwendigere Berechnung der zweiten Parität (orthogonale Kalkulation)
Anmerkungen
  • NetApp hat RAID-DP in WAFL integriert, damit die beiden Laufwerke für Paritätsdaten zu keinem Performance Bottleneck werden.[7]
    • WAFL nimmt die Transaktionen aus dem batteriegepufferten NVRAM (bzw. aus dem entsprechenden RAM Buffer) als Grundlage um Stripes zu generieren, die dann in einem Schritt vollständig geschrieben werden. (Multi-Stripe-Schreibstrategie von WAFL)
    • Damit wird verhindert, dass die Parity Laufwerke zum HotSpot werden, somit werden alle Laufwerke einer RAID-Gruppe gleichmäßig ausgelastet.
    • Es entfällt der in Parity-basierten RAID-Schemata traditionell vorherrschende Aufwand beim Lesen-Ändern-Schreiben der Daten.[8]

Einzelnachweise

  1. ↑ Row-Diagonal Parity for Double Disk Failure Correction (Proceedings of the Third USENIX Conference on File and Storage Technologies, San Francisco, CA, USA, March 31–April 2, 2004)
  2. ↑ Network Appliance bringt neue Speichertechnik RAID-DP heraus (NetApp Presseaussendung, 09.12.2003)
  3. ↑ Write Anywhere File Layout (en.wikipedia.org)
  4. ↑ Is WAFL a Filesystem? (NetApp Community, Dave's Blog)
  5. ↑ RAID 6: Any form of RAID that can continue to execute read and write requests to all of a RAID array's virtual disks in the presence of any two concurrent disk failures. SNIA Dictionary › R (snia.org)
  6. ↑ Expandable Arrays: [...] When we underpopulate an array, we are taking advantage of the fact that given fewer than p − 1 data disks, we could fill the remainder of the array with unused disks that contain only zeros. [...] This allows us to expand the array later by adding a zero-filled disk, and adjusting parity as we later write data to that disk. Row-Diagonal Parity for Double Disk Failure Correction (Proceedings of the Third USENIX Conference on File and Storage Technologies, San Francisco, CA, USA, March 31–April 2, 2004)
  7. ↑ We integrated RAID-DP with the WAFL file system to ensure that the dedicated parity drives don't become a performance bottleneck. RAID-DP (netapp.com)
  8. ↑ Die NetApp DNS (NetApp Tech OnTap, Ausgabe 2/2007)

Weitere Informationen


Autor: Werner Fischer

Werner Fischer arbeitet im Product Management Team von Thomas-Krenn. Er evaluiert dabei neueste Technologien und teilt sein Wissen in Fachartikeln, bei Konferenzen und im Thomas-Krenn Wiki. Bereits 2005 - ein Jahr nach seinem Abschluss des Studiums zu Computer- und Mediensicherheit an der FH Hagenberg - heuerte er beim bayerischen Server-Hersteller an. Als Öffi-Fan nutzt er gerne Bus & Bahn und genießt seinen morgendlichen Spaziergang ins Büro.

 

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