Nextcloud Installation mit NFS-Mount (HowTo)

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Dieser Artikel beschreibt die Installation von Nextcloud Server auf Ubuntu 26.04 LTS. Als Webserver wird Apache mit PHP-FPM verwendet, während MariaDB die benötigte Datenbank bereitstellt.

Die eigentlichen Nextcloud-Nutzerdaten werden auf einem per NFS eingebundenen Speicher abgelegt. Der NFS-Speicher wird dabei als primäres Nextcloud-Datenverzeichnis verwendet und nicht über die Nextcloud-App „External Storage“ eingebunden.

Die Anleitung verwendet folgende Beispielwerte:

  • Nextcloud-Adresse: cloud.example.com
  • NFS-Server: nfs.example.com
  • NFS-Export: /nextcloud
  • Lokaler NFS-Mount: /srv/nextcloud-data
  • Nextcloud-Verzeichnis: /var/www/nextcloud
  • Datenbankname: nextcloud
  • Datenbankbenutzer: nextcloud

Passen Sie diese Werte an Ihre Umgebung an.

Hinweis: Der NFS-Speicher ist in diesem Aufbau Bestandteil des primären Nextcloud-Speichers. Ist der NFS-Server nicht erreichbar, steht auch das Nextcloud-Datenverzeichnis nicht zur Verfügung.

Voraussetzungen

Für diese Anleitung werden folgende Komponenten benötigt:

  • Ubuntu Server 26.04 LTS, 64 Bit
  • Apache 2.4
  • PHP 8.5 mit PHP-FPM
  • MariaDB 11.8
  • Redis
  • Ein erreichbarer NFSv4-Export
  • Ein DNS-Eintrag für die Nextcloud-Domain
  • Erreichbarkeit der TCP-Ports 80 und 443

Für eine kleine Installation kann beispielsweise folgende Ausstattung verwendet werden:

  • 4 vCPUs
  • 4 GiB RAM
  • Mindestens 20 GiB lokaler Speicher für Betriebssystem, Nextcloud-Anwendung, Datenbank und Protokolle
  • Separater Speicher für das Nextcloud-Datenverzeichnis

Der tatsächliche Ressourcenbedarf hängt unter anderem von der Anzahl der Benutzer, den eingesetzten Apps, der Anzahl der Dateien und den parallelen Zugriffen ab.

Wichtig: Der NFS-Speicher ersetzt keine Datensicherung. Für eine vollständige Sicherung müssen mindestens das Nextcloud-Datenverzeichnis, die MariaDB-Datenbank und die Nextcloud-Konfiguration gesichert werden.

System vorbereiten

Die folgenden Befehle werden als Benutzer root ausgeführt.

Aktualisieren Sie zunächst das Betriebssystem:

apt update
apt full-upgrade -y

Falls dabei ein neuer Kernel installiert wurde, starten Sie das System neu:

reboot

Überprüfen Sie anschließend die installierte Ubuntu-Version:

cat /etc/os-release

Die Ausgabe sollte unter anderem folgende Informationen enthalten:

VERSION_ID="26.04"
VERSION_CODENAME=resolute

Benötigte Pakete installieren

Installieren Sie Apache, MariaDB, PHP 8.5, Redis und die benötigten PHP-Erweiterungen:

apt install -y \
    apache2 \
    mariadb-server \
    php8.5-fpm \
    php8.5-cli \
    php8.5-common \
    php8.5-curl \
    php8.5-gd \
    php8.5-gmp \
    php8.5-imagick \
    php8.5-intl \
    php8.5-mbstring \
    php8.5-mysql \
    php8.5-xml \
    php8.5-zip \
    php8.5-bcmath \
    php8.5-bz2 \
    php8.5-apcu \
    php8.5-redis \
    redis-server \
    nfs-common \
    cron \
    bzip2 \
    wget

Aktivieren und starten Sie die benötigten Dienste:

systemctl enable --now \
    apache2 \
    mariadb \
    php8.5-fpm \
    redis-server \
    cron

Überprüfen Sie anschließend die installierte PHP-Version:

php8.5 --version

Die Ausgabe sollte mit PHP 8.5 beginnen.

Die geladenen PHP-Module können wie folgt überprüft werden:

php8.5 -m

Folgende Module sollten unter anderem vorhanden sein:

apcu
curl
dom
fileinfo
gd
gmp
imagick
intl
mbstring
mysqli
openssl
pdo_mysql
redis
SimpleXML
xml
xmlreader
xmlwriter
zip

PHP 8.5 konfigurieren

Nextcloud benötigt sowohl für PHP-FPM als auch für PHP-Aufrufe auf der Kommandozeile geeignete PHP-Einstellungen.

PHP-FPM konfigurieren

Erstellen Sie eine eigene PHP-Konfigurationsdatei für Nextcloud:

nano /etc/php/8.5/fpm/conf.d/99-nextcloud.ini

Fügen Sie folgende Konfiguration ein:

memory_limit = 512M
upload_max_filesize = 10G
post_max_size = 10G
max_execution_time = 3600
max_input_time = 3600
output_buffering = 0

Die Werte für upload_max_filesize und post_max_size bestimmen die maximal über die Weboberfläche hochladbare Dateigröße. Passen Sie diese Werte bei Bedarf an Ihre Umgebung an.

PHP-CLI konfigurieren

Die PHP-Kommandozeile wird unter anderem für Cronjobs, Wartungsarbeiten und den Nextcloud-Updater verwendet.

Erstellen Sie folgende Konfigurationsdatei:

nano /etc/php/8.5/cli/conf.d/99-nextcloud.ini

Fügen Sie folgenden Inhalt ein:

memory_limit = 512M
apc.enable_cli = 1

Prüfen Sie anschließend die Konfiguration:

php8.5 --ini
php8.5 -i | grep -E 'memory_limit|apc.enable_cli'

Starten Sie PHP-FPM neu:

systemctl restart php8.5-fpm

Überprüfen Sie den Dienst:

systemctl status php8.5-fpm

NFS-Datenverzeichnis einrichten

Mountpoint erstellen

Erstellen Sie den lokalen Mountpoint:

mkdir -p /srv/nextcloud-data

NFS-Mount konfigurieren

Ergänzen Sie folgende Zeile in der Datei /etc/fstab:

nfs.example.com:/nextcloud /srv/nextcloud-data nfs4 rw,hard,_netdev,x-systemd.automount 0 0

Passen Sie den NFS-Server und den Exportpfad an Ihre Umgebung an.

Laden Sie die systemd-Konfiguration neu:

systemctl daemon-reload

Rufen Sie den Mountpoint auf, um den automatischen Mount auszulösen:

ls -la /srv/nextcloud-data

Alternativ kann der Mount manuell ausgelöst werden:

mount /srv/nextcloud-data

Überprüfen Sie, ob das NFS-Dateisystem eingebunden wurde:

findmnt /srv/nextcloud-data

Beispiel:

TARGET                  SOURCE                         FSTYPE OPTIONS
/srv/nextcloud-data     nfs.example.com:/nextcloud    nfs4   rw,relatime,...

Fahren Sie mit der Installation nur fort, wenn /srv/nextcloud-data tatsächlich als NFS-Dateisystem eingehängt ist.

Berechtigungen setzen

Apache und PHP-FPM laufen unter Ubuntu standardmäßig mit dem Benutzer www-data.

Überprüfen Sie dessen UID und GID:

id www-data

Standardmäßig verwendet Ubuntu für www-data die UID und GID 33.

Das NFS-Verzeichnis muss dem Benutzer www-data Schreibzugriff erlauben. Bei aktiviertem NFS-root_squash kann die Eigentümerschaft normalerweise nicht vom Nextcloud-Server aus geändert werden. Setzen Sie die Berechtigungen daher gegebenenfalls direkt auf dem NFS-Server.

Beispiel auf dem NFS-Server:

chown -R 33:33 /pfad/zum/export/nextcloud
chmod 0750 /pfad/zum/export/nextcloud

Führen Sie anschließend auf dem Nextcloud-Server einen Schreibtest als Benutzer www-data durch:

sudo -u www-data touch /srv/nextcloud-data/.write-test
sudo -u www-data rm /srv/nextcloud-data/.write-test

Schlägt dieser Test fehl, müssen zunächst die NFS-Export-, UID-/GID- oder Dateisystemberechtigungen korrigiert werden.

Hinweis: Das Datenverzeichnis sollte ausschließlich durch Nextcloud verwendet werden. Dateien sollten nicht parallel direkt auf dem NFS-Share verändert werden.

Apache und PHP-FPM vom NFS-Mount abhängig machen

Damit die beteiligten Dienste nicht ohne verfügbares Datenverzeichnis starten, können systemd-Abhängigkeiten eingerichtet werden.

Erstellen Sie zunächst eine Abhängigkeit für Apache:

systemctl edit apache2

Fügen Sie folgende Konfiguration ein:

[Unit]
RequiresMountsFor=/srv/nextcloud-data
Wants=network-online.target
After=network-online.target

Erstellen Sie anschließend eine entsprechende Abhängigkeit für PHP-FPM:

systemctl edit php8.5-fpm

Fügen Sie auch dort folgende Konfiguration ein:

[Unit]
RequiresMountsFor=/srv/nextcloud-data
Wants=network-online.target
After=network-online.target

Laden Sie die systemd-Konfiguration neu:

systemctl daemon-reload

Überprüfen Sie die erstellten Abhängigkeiten:

systemctl cat apache2
systemctl cat php8.5-fpm

MariaDB konfigurieren

Transaktionsisolation festlegen

Nextcloud benötigt für MySQL beziehungsweise MariaDB die Transaktionsisolation READ-COMMITTED.

Erstellen Sie folgende Konfigurationsdatei:

nano /etc/mysql/mariadb.conf.d/99-nextcloud.cnf

Fügen Sie folgenden Inhalt ein:

[mysqld]
transaction-isolation = READ-COMMITTED

Falls für MariaDB Binary Logging aktiviert wurde, muss zusätzlich das Format ROW verwendet werden:

[mysqld]
transaction-isolation = READ-COMMITTED
binlog_format = ROW

Starten Sie MariaDB anschließend neu:

systemctl restart mariadb

Überprüfen Sie die konfigurierte Transaktionsisolation:

mariadb -e "SHOW VARIABLES LIKE 'transaction_isolation';"

Die Ausgabe sollte folgenden Wert enthalten:

READ-COMMITTED

Datenbank und Benutzer erstellen

Öffnen Sie die MariaDB-Konsole:

mariadb

Erstellen Sie die Datenbank und einen ausschließlich lokal verwendbaren Datenbankbenutzer:

CREATE DATABASE nextcloud
    CHARACTER SET utf8mb4
    COLLATE utf8mb4_general_ci;

CREATE USER 'nextcloud'@'localhost'
    IDENTIFIED BY 'SICHERES-DATENBANKPASSWORT';

GRANT ALL PRIVILEGES
    ON nextcloud.*
    TO 'nextcloud'@'localhost';

FLUSH PRIVILEGES;
EXIT;

Ersetzen Sie SICHERES-DATENBANKPASSWORT durch ein langes, zufälliges und ausschließlich für diese Datenbank verwendetes Passwort.

Da sich MariaDB und Nextcloud auf demselben Server befinden, wird der Benutzer bewusst auf localhost beschränkt.

Testen Sie die Anmeldung:

mariadb -u nextcloud -p -h localhost nextcloud

Verlassen Sie die MariaDB-Konsole anschließend wieder:

EXIT;

Nextcloud installieren

Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels ist Nextcloud 34.0.1 die aktuelle stabile Version.

Prüfen Sie vor einer späteren Installation, ob inzwischen eine neuere Version innerhalb des unterstützten Nextcloud-Zweigs verfügbar ist.

Laden Sie das Nextcloud-Archiv und die zugehörige SHA-256-Prüfsumme herunter:

cd /tmp

NEXTCLOUD_VERSION="34.0.1"

wget https://download.nextcloud.com/server/releases/nextcloud-${NEXTCLOUD_VERSION}.tar.bz2
wget https://download.nextcloud.com/server/releases/nextcloud-${NEXTCLOUD_VERSION}.tar.bz2.sha256

Prüfen Sie die Integrität des Archivs:

sha256sum -c nextcloud-${NEXTCLOUD_VERSION}.tar.bz2.sha256

Die Ausgabe muss OK enthalten:

nextcloud-34.0.1.tar.bz2: OK

Entpacken Sie Nextcloud:

tar -xjf nextcloud-${NEXTCLOUD_VERSION}.tar.bz2
mv nextcloud /var/www/nextcloud

Setzen Sie anschließend den Eigentümer:

chown -R www-data:www-data /var/www/nextcloud

Überprüfen Sie die Berechtigungen:

ls -ld /var/www/nextcloud

Entfernen Sie nach erfolgreicher Installation optional die heruntergeladenen Archivdateien:

rm -f /tmp/nextcloud-${NEXTCLOUD_VERSION}.tar.bz2
rm -f /tmp/nextcloud-${NEXTCLOUD_VERSION}.tar.bz2.sha256

Apache mit PHP-FPM konfigurieren

Diese Anleitung verwendet eine eigene Subdomain für Nextcloud:

cloud.example.com

Aktivieren Sie die benötigten Apache-Module:

a2enmod \
    proxy_fcgi \
    setenvif \
    rewrite \
    headers \
    env \
    dir \
    mime \
    ssl \
    http2

Aktivieren Sie die PHP-8.5-FPM-Konfiguration:

a2enconf php8.5-fpm

Erstellen Sie anschließend die Apache-Konfiguration:

nano /etc/apache2/sites-available/nextcloud.conf

Fügen Sie folgende Konfiguration ein:

<VirtualHost *:80>
    ServerName cloud.example.com
    DocumentRoot /var/www/nextcloud

    <Directory /var/www/nextcloud/>
        Require all granted
        AllowOverride All
        Options FollowSymLinks

        <IfModule mod_dav.c>
            Dav off
        </IfModule>

        SetEnv HOME /var/www/nextcloud
        SetEnv HTTP_HOME /var/www/nextcloud
    </Directory>

    ErrorLog ${APACHE_LOG_DIR}/nextcloud-error.log
    CustomLog ${APACHE_LOG_DIR}/nextcloud-access.log combined
</VirtualHost>

Ersetzen Sie cloud.example.com durch den tatsächlichen DNS-Namen der Nextcloud-Installation.

Aktivieren Sie die Nextcloud-Site:

a2ensite nextcloud.conf

Falls die Apache-Standardseite nicht mehr benötigt wird, kann sie deaktiviert werden:

a2dissite 000-default.conf

Prüfen Sie die Apache-Konfiguration:

apache2ctl configtest

Bei erfolgreicher Prüfung erscheint folgende Ausgabe:

Syntax OK

Starten Sie Apache und PHP-FPM neu:

systemctl restart php8.5-fpm
systemctl restart apache2

Überprüfen Sie beide Dienste:

systemctl status php8.5-fpm
systemctl status apache2

Firewall konfigurieren

Dieser Schritt ist nur notwendig, wenn UFW auf dem Server eingesetzt wird.

Stellen Sie vor Änderungen sicher, dass SSH weiterhin erlaubt ist:

ufw allow OpenSSH

Erlauben Sie HTTP und HTTPS:

ufw allow 'Apache Full'

Überprüfen Sie die Regeln:

ufw status

Beispiel:

To                         Action      From
--                         ------      ----
OpenSSH                    ALLOW       Anywhere
Apache Full                ALLOW       Anywhere
OpenSSH (v6)               ALLOW       Anywhere (v6)
Apache Full (v6)           ALLOW       Anywhere (v6)

HTTPS einrichten

Nextcloud sollte auf produktiv eingesetzten Systemen ausschließlich über HTTPS erreichbar sein.

Voraussetzungen für ein öffentlich vertrauenswürdiges Zertifikat sind:

  • Die Domain zeigt auf den Nextcloud-Server.
  • TCP-Port 80 ist für die Zertifikatsprüfung erreichbar.
  • TCP-Port 443 ist für den späteren HTTPS-Zugriff erreichbar.

Installieren Sie Certbot und das Apache-Modul:

apt install -y certbot python3-certbot-apache

Fordern Sie anschließend das Zertifikat an:

certbot --apache --redirect -d cloud.example.com

Certbot richtet dabei das Zertifikat ein und leitet HTTP-Anfragen auf HTTPS um.

Testen Sie die automatische Zertifikatserneuerung:

certbot renew --dry-run

Überprüfen Sie den Certbot-Timer:

systemctl status certbot.timer

Wird vor Nextcloud bereits ein Reverse Proxy oder Loadbalancer eingesetzt, kann die TLS-Terminierung alternativ dort erfolgen. In diesem Fall müssen zusätzlich die Nextcloud-Einstellungen für vertrauenswürdige Proxys und weitergeleitete Header korrekt konfiguriert werden.

Selbst signierte Zertifikate sollten nur in abgeschlossenen internen Umgebungen verwendet werden, in denen das Zertifikat auf allen Clients als vertrauenswürdig hinterlegt werden kann.

Installation im Browser abschließen

Rufen Sie die Nextcloud-Domain im Browser auf:

https://cloud.example.com/

Tragen Sie im Installationsdialog folgende Informationen ein.

Administratorkonto

Erstellen Sie ein Administratorkonto mit einem sicheren und ausschließlich für Nextcloud verwendeten Passwort.

Datenverzeichnis

Verwenden Sie als Datenverzeichnis:

/srv/nextcloud-data

Datenbank

Wählen Sie MariaDB beziehungsweise MySQL und verwenden Sie folgende Werte:

  • Datenbankbenutzer: nextcloud
  • Datenbankpasswort: das zuvor festgelegte Passwort
  • Datenbankname: nextcloud
  • Datenbankhost: localhost

Starten Sie anschließend die Installation.

Hintergrundaufgaben konfigurieren

Nextcloud benötigt regelmäßig ausgeführte Hintergrundaufgaben. Für Serverinstallationen sollte dafür Cron verwendet werden.

Erstellen Sie folgende Cron-Datei:

nano /etc/cron.d/nextcloud

Fügen Sie folgenden Inhalt ein:

*/5 * * * * www-data /usr/bin/php8.5 -f /var/www/nextcloud/cron.php

Setzen Sie die korrekten Dateiberechtigungen:

chmod 0644 /etc/cron.d/nextcloud

Aktivieren Sie in Nextcloud den Cron-Modus:

sudo -u www-data php8.5 /var/www/nextcloud/occ background:cron

Starten Sie den Cron-Dienst neu:

systemctl restart cron

Überprüfen Sie den Eintrag:

cat /etc/cron.d/nextcloud

Testen Sie den Cronjob einmal manuell:

sudo -u www-data php8.5 -f /var/www/nextcloud/cron.php

Der Status der Hintergrundaufgaben kann später in Nextcloud unter „Verwaltungseinstellungen“ → „Grundeinstellungen“ geprüft werden.

APCu und Redis konfigurieren

APCu wird für den lokalen Anwendungscache verwendet. Redis übernimmt das transaktionale File Locking und kann zusätzlich als verteilter Cache verwendet werden.

Öffnen Sie die Nextcloud-Konfiguration:

nano /var/www/nextcloud/config/config.php

Ergänzen Sie innerhalb des $CONFIG-Arrays folgende Einträge:

'memcache.local' => '\OC\Memcache\APCu',
'memcache.distributed' => '\OC\Memcache\Redis',
'memcache.locking' => '\OC\Memcache\Redis',

'redis' => [
    'host' => '127.0.0.1',
    'port' => 6379,
    'timeout' => 0.0,
],

Achten Sie darauf, dass alle Einträge innerhalb des bestehenden $CONFIG-Arrays stehen und die vorhergehenden Einträge korrekt durch Kommas getrennt sind.

Starten Sie PHP-FPM und Apache anschließend neu:

systemctl restart php8.5-fpm
systemctl restart apache2

Überprüfen Sie den Redis-Dienst:

systemctl status redis-server

Testen Sie die Verbindung:

redis-cli ping

Die erwartete Antwort lautet:

PONG

Pretty URLs aktivieren

Pretty URLs entfernen den Bestandteil index.php aus Nextcloud-URLs.

Setzen Sie zunächst die vollständige Nextcloud-Adresse:

sudo -u www-data php8.5 /var/www/nextcloud/occ \
    config:system:set overwrite.cli.url \
    --value="https://cloud.example.com"

Setzen Sie anschließend die Rewrite-Basis:

sudo -u www-data php8.5 /var/www/nextcloud/occ \
    config:system:set htaccess.RewriteBase \
    --value="/"

Aktualisieren Sie die Nextcloud-Datei .htaccess:

sudo -u www-data php8.5 \
    /var/www/nextcloud/occ maintenance:update:htaccess

Laden Sie Apache neu:

systemctl reload apache2

Nextcloud-URLs sollten anschließend ohne index.php dargestellt werden.

Installation überprüfen

Prüfen Sie zunächst den Nextcloud-Status:

sudo -u www-data php8.5 /var/www/nextcloud/occ status

Eine erfolgreiche Installation liefert unter anderem folgende Informationen:

installed: true
maintenance: false
needsDbUpgrade: false
version: 34.0.1.0
versionstring: 34.0.1

Prüfen Sie außerdem die beteiligten Dienste:

systemctl status apache2
systemctl status php8.5-fpm
systemctl status mariadb
systemctl status redis-server
systemctl status cron

Kontrollieren Sie erneut den NFS-Mount:

findmnt /srv/nextcloud-data

Prüfen Sie, ob Nextcloud weiterhin auf das Datenverzeichnis schreiben kann:

sudo -u www-data touch /srv/nextcloud-data/.write-test
sudo -u www-data rm /srv/nextcloud-data/.write-test

Überprüfen Sie die Nextcloud-Konfiguration:

sudo -u www-data php8.5 \
    /var/www/nextcloud/occ config:list system

Rufen Sie abschließend in Nextcloud den Menüpunkt „Verwaltungseinstellungen“ → „Übersicht“ auf. Dort werden fehlende PHP-Module, Cache-Probleme, nicht ausgeführte Hintergrundaufgaben und weitere Konfigurationsprobleme angezeigt.

Optionale Konfigurationen

Standardregion für Telefonnummern festlegen

Falls in Nextcloud Telefonnummern ohne internationale Landesvorwahl verwendet werden, kann eine Standardregion festgelegt werden.

Für Deutschland verwenden Sie:

sudo -u www-data php8.5 /var/www/nextcloud/occ \
    config:system:set default_phone_region \
    --value="DE"

Wartungszeitraum festlegen

Nextcloud kann rechenintensive tägliche Hintergrundaufgaben bevorzugt während eines Wartungszeitraums ausführen.

Das folgende Beispiel legt den Beginn des Wartungszeitraums auf 01:00 Uhr UTC fest:

sudo -u www-data php8.5 /var/www/nextcloud/occ \
    config:system:set maintenance_window_start \
    --type=integer \
    --value=1

Verfügbare Reparaturen ausführen

Nach Updates oder Konfigurationsänderungen können die Nextcloud-Reparaturroutinen ausgeführt werden:

sudo -u www-data php8.5 \
    /var/www/nextcloud/occ maintenance:repair

Hinweise für den Betrieb

Für den dauerhaften Betrieb sollten mindestens folgende Punkte berücksichtigt werden:

  • Regelmäßige Installation von Sicherheitsupdates
  • Regelmäßige Aktualisierung von Nextcloud und den installierten Apps
  • Sicherung der MariaDB-Datenbank
  • Sicherung des NFS-Datenverzeichnisses
  • Sicherung von /var/www/nextcloud/config
  • Überwachung der NFS-Verfügbarkeit
  • Überwachung des lokalen Speicherplatzes
  • Überwachung von Apache, PHP-FPM, MariaDB und Redis
  • Regelmäßige Prüfung der Nextcloud-Verwaltungsübersicht
  • Regelmäßige Prüfung der Hintergrundaufgaben
  • Test der Wiederherstellung aus vorhandenen Sicherungen

Relevante Protokolldateien sind unter anderem:

/var/log/apache2/nextcloud-error.log
/var/log/apache2/nextcloud-access.log
/var/log/php8.5-fpm.log
/srv/nextcloud-data/nextcloud.log

Die systemd-Protokolle können zusätzlich wie folgt angezeigt werden:

journalctl -u apache2
journalctl -u php8.5-fpm
journalctl -u mariadb
journalctl -u redis-server

Nextcloud-Version anzeigen

Die aktuell installierte Nextcloud-Version kann jederzeit wie folgt geprüft werden:

sudo -u www-data php8.5 /var/www/nextcloud/occ status

PHP-Version anzeigen

Die PHP-Version der Kommandozeile kann wie folgt geprüft werden:

php8.5 --version

Die von Apache verwendete PHP-FPM-Version kann über den Dienst geprüft werden:

systemctl status php8.5-fpm


Autor: Samuel Müller

Samuel Müller ist seit 2024 bei der Thomas-Krenn und seit 2026 im Deployment Service tätig. Dabei beschäftigt sich Herr Müller mit Proxmox VE, Proxmox Mail Gateway und Proxmox Datacenter Manager und unter anderem mit dem Thomas-Krenn-Wiki.

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