Netzwerkkonfiguration in VirtualBox

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VirtualBox bietet mehrere Arten für virtuelle Netzwerke. Dieser Artikel erläutert die Unterschiede und Einsatzmöglichkeiten der unterschiedlichen Netzwerkkonfigurationen.

Übersichtstabelle Zugriffsmöglichkeiten

Netzwerktyp Zugriff
Gast -> andere Gäste
Zugriff
Host -> Gast
Zugriff
Gast -> externes Netzwerk
Not attached - - -
Network Address Translation (NAT) - -
Network Address Translation Service -
Bridged networking
Internal networking - -
Host-only networking -

Virtuelle Netzwerk Hardware

VirtualBox 4.* bietet die folgenden virtuellen Netzwerkkarten:[1]

  • AMD PCNet PCI II (Am79C970A)
  • AMD PCNet FAST III (Am79C973, the default)
  • Intel PRO/1000 MT Desktop (82540EM)
  • Intel PRO/1000 T Server (82543GC)
  • Intel PRO/1000 MT Server (82545EM)
  • Paravirtualized network adapter (virtio-net)

Netzwerk Modus

Für die Netzwerkkonfiguration bietet VirtualBox 4.* die folgenden Netzwerk Modi:[2]

  • "Not attached" mode (nicht angeschlossen)
  • Network Address Translation (NAT)
  • NAT Service (ab VirtualBox 4.3)
  • Bridged networking (Netzwerkbrücke)
  • Internal networking (Internes Netzwerk)
  • Host-only networking (Host-only Adapter)
  • Generic networking

"Not attached" mode

In diesem Modus sieht das Gastsystem eine Netzwerkkarte, bei der das (virtuelle) Netzwerkkabel abgesteckt ist.

Network Address Translation (NAT)

NAT ist die einfachste Möglichkeit aus dem Gastsystem heraus auf externe Netze zuzugreifen. Ein Zugriff von außen in das Gastsystem hinein (z.B. auf einem im Gastsystem installierten Webserver) ist nicht möglich.[3]

Hinweis: auch vom Host-System aus kann nicht auf Dienste im Gastsystem zugegriffen werden. Soll ein Zugriff möglich sein, kann zusätzlich ein weiteres Interface mit Host-only networking konfiguriert werden.

NAT Service

Network Address Translation Service ist eine neue NAT Variante, die mit VirtualBox 4.3 neu eingeführt wurde (experimentell). Die Funktionsweise gleicht einem Router. Ein direkter Zugriff von Außerhalb des Netzwerks auf die Clientsysteme wird verhindert und die Gastsysteme können jedoch untereinander und nach Außen mit TCP und UDP über IPv4 und IPv6 kommunizieren. Der NAT Service ist an ein internes Netzwerk angebunden. Virtuelle Maschinen die diesen Dienst nutzen sollen an diesem internen Netzwerk angeschlossen sein. Der Name des internen Netzwerks wird bei der Konfiguration des NAT Services gewählt. Das interne Netzwerk wird neu erstellt falls es noch nicht vorhanden ist.

Beispielkonfiguration eines statischen NAT Netzwerks

VBoxManage natnetwork add -t nat-int-network -n "192.168.15.0/24" -e

natnetwork ist der Name des internen Netzwerks. 192.168.15.0/24 stellt das Netzwerk und Subnetzmaske dar. 192.168.15.1 ist die Gatewayadresse.

Beispielkonfiguration mit DHCP Server

VBoxManage natnetwork add -t nat-int-network -n "192.168.15.0/24" -e -h on

Nachträgliches Hinzufügen eines DHCP Servers

VBoxManage natnetwork modify -t nat-int-network -h on

Weitere Informationen und Konfigurationsmöglichkeiten unter Network Address Translation Service (Virtualbox Manual).

Bridged networking

In diesem Modus bekommt das Gastsystem direkten Zugriff auf das Netzwerk, an dem auch das Host-System angeschlossen ist.[4]

Internal networking

Bei der Konfiguration eines internen Netzwerks können nur Gastsysteme, die an das gleiche interne Netzwerk angeschlossen werden, miteinander kommunizieren. Eine Kommunikation mit dem Host System oder anderen Netzen außerhalb von VirtualBox ist nicht möglich.[5]

Host-only networking

In diesem Modus ist eine Kommunikation zwischen angeschlossenen Gastsystemen und dem Host-System möglich.[6]

Am Host-System werden dazu eigene Netzwerk-Interfaces verwendet, für das erste Host-only Netzwerk z.B. vboxnet0 (siehe auch VirtualBox vboxnet0-Adapter hinzufügen). Die Konfiguration der IP-Adresse am Host sowie die Konfiguration des DHCP-Servers für dieses Netzwerk erfolgt direkt in VirtualBox:

Die folgende Tabelle zeigt die verwendete Host-only Netzwerkkonfiguration in diesem Beispiel:

Beschreibung IP(s)
IP-Adresse des Hosts 192.168.56.1 (Netzmaske 255.255.255.0)
DHCP-Server Range 192.168.56.101 - 192.168.56.254
IP-Bereich der somit fix in Gastsystemen konfiguriert werden kann 192.168.56.2 - 192.168.56.100

Generic networking

Für den Generic networking Modus gibt es aktuell zwei mögliche Sub-Modes:

  • UDP Tunnel[7]
  • VDE (Virtual Distributed Ethernet) networking[8]

Einzelnachweise

  1. Oracle VirtualBox User Manual (Kapitel Virtual networking hardware)
  2. Oracle VirtualBox User Manual (Kapitel Introduction to networking modes)
  3. Oracle VirtualBox User Manual (Kapitel Network Address Translation (NAT))
  4. Oracle VirtualBox User Manual (Kapitel Bridged networking)
  5. Oracle VirtualBox User Manual (Kapitel Internal networking)
  6. Oracle VirtualBox User Manual (Kapitel Host-only networking)
  7. Oracle VirtualBox User Manual (Kapitel UDP Tunnel networking)
  8. Oracle VirtualBox User Manual (Kapitel VDE networking)

Weitere Informationen


Foto Werner Fischer.jpg

Autor: Werner Fischer

Werner Fischer, tätig im Bereich Communications / Knowledge Transfer bei Thomas-Krenn, hat sein Studium zu Computer- und Mediensicherheit an der FH Hagenberg abgeschlossen. Er ist regelmäßig Autor in Fachzeitschriften und Speaker bei Konferenzen wie LinuxCon, OSDC, OSMC, LinuxTag u.v.m. Seine Freizeit gestaltet er sehr abwechslungsreich. In einem Moment absolviert er seinen Abschluss im Klavierspielen, im anderen läuft er beim Linzmarathon in der Staffel mit oder interessiert sich für OpenStreetMap.


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