Linux Befehle

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Linux Terminal

Dieser Artikel listet die zur Navigation und Administration von Linux-Distributionen über das Command Line Interface (CLI) - im Linux-Umfeld in der Regel Terminal oder Shell genannt - gebräuchlichsten Befehle und Optionen.

Befehlssyntax

Linux-Befehle sind nach folgender Syntax aufgebaut:

kommando [-optionen <parameter >] [<argumente>]

oder

kommando [--option_lang <parameter>] [<argumente>]

Der Kommandoteil ruft ein Programm auf, welches eine oder mehrere Funktionen erfüllt. Das Kommando ls zum Beispiel listet den Inhalt des Ordners auf, in dem sich der Benutzer gerade befindet.

In der Regel kann man mit Optionen dem Programm zusätzliche Informationen geben, wie es sich verhalten soll. Es kann sich dabei um die Art oder Länge der Ausgabe, aber auch um das Verhalten bei Fehlern o.ä. handeln.

Sowohl das Kommando als auch die Optionen können zusätzliche Parameter für die Ausgabe benötigen[1]. Will man zum Beispiel einen Ordner verschieben, müssen sowohl Quell- als auch Zielordner angegeben werden.

Beispiel

Wir betrachten das Kommando:
ping -c 3 localhost

Dieser Befehl ist folgendermaßen gegliedert:

Befehlsteil Syntax Beschreibung
ping Kommando-Name Das Paket "Ping" wird aufgerufen
-c Option Die Anzahl der Pingvorgänge wird festgelegt
3 Options-Parameter Es werden 3 Pingvorgänge bestimmt
localhost Kommando-Parameter Zieladresse, welche gepingt werden soll

Hilfsbefehle

Linux bietet mehrere Möglichkeiten, Hilfe zu Befehlen und ihren Optionen zu erhalten.

Befehl Beschreibung
man Steht für Manual und ruft die Manpage eines Befehls auf
whatis Nutzt ebenfalls die Manpages, gibt aber nur eine kurze Zusammenfassung über den Befehl
info Startet ein Dienstprogramm zur Darstellung von Anleitungen eines Befehls
apropos Zur Suche von Schlagwörtern innerhalb aller Manuals

Standardoptionen

Linux Programme verwenden außerdem einige Standardoptionen, die alle dort gelisteten Pakete verstehen.

Option Beschreibung
-h, --help Zeigt alle verfügbaren Optionen des Kommandos an und beendet den Prozess.
--version Zeigt die Version des Pakets an und beendet den Prozess.
-- Begrenzt die Optionen. Nach einem -- angeführte Optionen werden als Kommandoparameter interpretiert. Das Kommando sort -- -r würde die Datei -r zu sortieren versuchen.

Commands

Im folgenden werden die wichtigsten Befehle bei der Administration von Serversystemen nach Kategorien geordnet und aufgelistet. Die Tabellen geben außerdem Auskunft darüber, ob die jeweiligen Programme in einer Minimalinstallation eines Debian Linux enthalten sin.

System

Die folgenden Pakete geben Systeminformationen wieder oder stellen die Möglichkeit zur Manipulation bestimmter Systemparameter zur Verfügung.

Debian Standard Befehl Beschreibung Wichtige Optionen Options-Parameter Optionsbeschreibung Argumente Herkunft
uname Namen und Informationen des laufenden Kernels aufrufen -a, --all Zeige alle Informationen unix name
-r, --kernel-release Release‐Nummer des Kernels ausgeben
-v, --kernel-version Version des Kernels ausgeben
hostname Hostnamen des Systems abrufen oder setzen -I, --all-ip-adresses Gibt alle Netzwerkadressen des Hosts an
-f, --fqdn, --long Zeigt den Fully Qualified Domain Namen (FQDN) an
-s, --short Zeigt den Kurznamen des Hosts an
uptime(siehe auch w) Laufzeit (Uptime) des Systems (und angemeldete Nutzer sowie Auslastungsdaten) ausgeben -p, --pretty Verkürzt die Anzeige auf die reine Uptime
lscpu Informationen über die Prozessorarchitektur anzeigen -a, --all Zeigt alle Online und Offline CPUs an. Darf nur zusammen mit -e oder -p verwendet werden list cpu
-e, --extended =Liste1,Liste2,... (Listenelemente können sein: CPU, CORE, SOCKET, BOOK, NODE, CACHE, ADDRESS, ONLINE, CONFIGURED, POLARIZATION) Zeigt die Liste in menschenlesbarem Format an
-p, --parse =Liste1,Liste2,...(Listenelemente wie oben) Macht die Ausgabe maschinenlesbar
lsblk Zeigt Informationen zu ausgewählten oder allen Block Devices an -a, --all Zeigt alle Geräte an list block
-f, --fs Zeigt das Dateisystem an
-t, --tree Zeigt die Geräte in einem Baum an
lsmod Auflisten von geladenen Kernel Modulen list modules
lsusb Auflisten von Geräten, welche am Universal Serial Bus (USB) angeschlossen sind -v, --verbose Ausführliche Informationen anzeigen list usb
-t, --tree Ausgabe als Verzeichnisbaum anzeigen
free Freien und belegten Speicher anzeigen -h, --human Macht die Ausgabe menschenlesbar. Dazu wird auf die kleinste Einheit mit drei Ziffern skaliert
-s, --seconds Gibt den freien Speicher fortlaufend nach dem festgelegten Zeitintervall an
-c, --count Legt die Anzahl der Zeitintervalle an, nach denen der Prozess beendet werden soll
df Festplattenbelegung anzeigen -h, --human-readable Macht die Ausgabe menschenlesbar disk free
-t, --type =TYP Listet nur die angegebenen Dateisysteme aus
-T, --print-type Gibt eine Spalte mit Angabe des Dateisystems aus
du Zeigt die Festplattennutzung von Dateien an -h, --human-readable Macht die Ausgabe menschenlesbar disk usage
-c, --total Gesamtsumme erstellen
modinfo Zeigt Informationen über bestimmte Linux Kernel Module <modulname> module information
grep Sucht in Dateien oder Systemausgaben nach Mustern und gibt diese aus -f, -file= <dateiname> Durchsucht eine bestimmte Datei nach Suchmustern global regular expression print
-e,--regexp= <Muster> Sucht nach einem bestimmten Muster
-r,-recursive Durchsucht unterhalb jedes Verzeichnisse rekursiv

Prozessverwaltung

Debian Standard Befehl Beschreibung Wichtige Optionen Options-Parameter Optionsbeschreibung Argumente Herkunft
top Zeige alle laufenden Prozesse table of processes
kill Beendet einen Prozess -L Listet alle Signale, die an einen Prozess gesendet werden können <Prozess ID (PID)>
pkill Sendet ein SIGTERM Signal an den benannten Prozess <Prozessname> process kill
killall Beendet alle Prozesse anhand ihres Namens <Prozessname>
ps Berichtet über den Prozessstatus -e Wählt alle Prozesse aus process status
-f Zeigt die Auflistung im Vollformat an
bg Befiehlt Jobs, im Hintergrund ausgeführt zu werden1 <Jobbezeichnung> background
fg Befiehlt Jobs, im Vordergrund ausgeführt zu werden <Jobbezeichnung> foreground
nice Bestimmt die Priorität eines Befehls bei der Zuteilung von Prozessorzeit <Prozessname> nice
renice Ändert den nice-Wert von laufenden Prozessen <nice value (-20[hoch] bis +19[niedrig])> <Prozess-ID>

1 Will man einen Job starten und diesen im Hintergrund ausführen lassen, so kann man auch ein & an das Ende des Kommandos setzen. Beispiel: ping 8.8.8.8 > pinglog &.

Netzwerk

Debian Standard Befehl Beschreibung Wichtige Optionen Options-Parameter Optionsbeschreibung Argumente Herkunft
ip Anzeige und Verwaltung von Routing, Netzwerkgeräten, Interfaces und Tunneln Internet Protocol
dig Sucht nach Informationen zu angegebenen Domain Name Servern Domain Information Groper
nslookup Direkte Abfrage von Domain Name Servers (DNS) über das Internet Name Server lookup
traceroute Gibt die Route zum eingegebenen Host aus <host-ip>
tracepath1 Verfolgt den Pfad zu einem Netzwerkhost
host Tool zur Konvertierung von IP-Adressen in DNS Namen und anders herum
ping Versucht einen Host per ICMP über ein Netzwerk zu erreichen
ss Gibt die Statistiken für Sockets zurück Socket Statistics
ssh OpenSSH Client für die Anmeldung an entfernten Hosts Secure Shell
scp Transferiert Daten über OpenSSH per SFTP-Protokoll Secure Copy
route Ein Filter für Pakete, die über bestimmte Routen gesendet werden
iw[2] Anzeigen und ändern von Wireless Geräten und ihren Konfigurationen Interface Wireless
mtr Werkzeug zur Diagnose von Netzwerken
whois Client für den whois Directory Service
iftop Zeigt die Banbdreitenverwendung der Netzwerkinterfaces des Hosts an interface table of processes
tcpdump Gibt Informationen zu Paketen im Netzwerk aus
ifplugstatus Prüft den "Link-Beat" der Netzwerkschnittstellen interface plug status
wget Nicht-interaktive Download-Applikation
curl Werkzeug für den Transfer von Daten zu oder von einem Server

1 Kann über die iputils installiert werden.

Verzeichnisstruktur

Debian Standard Befehl Beschreibung Wichtige Optionen Options-Parameter Optionsbeschreibung Argumente Eselsbrücke
mkdir Erstellt neue Verzeichnisse -m, --mode =MODUS Zugriffsrechte setzen (siehe chmod) <verzeichnis,verzeichnis,...> make directory
cd Ändert das aktuelle Arbeitsverzeichnis <verzeichnis> change directory
pwd Gibt das derzeitige Arbeitsverzeichnis aus print working directory
ls Listet die Inhalte eines Verzeichnisses auf -l Langes Listenformat list
-h, --human-readable Menschenlesbares Format (Bytes in KB, MB, GB)
-a Listet auch versteckte Verzeichnisse (mit .beginnende Verzeichnisse)

Dateiverwaltung

Debian Standard Befehl Beschreibung Wichtige Optionen Options-Parameter Optionsbeschreibung Argumente Herkunft
rm Entfernen von Dateien und Verzeichnissen -r Rekursiv: Löscht auch Unterverzeichnisse <datei-/verzeichnisname> remove
-f Force: Erzwingt Löschen ohne Nutzerabfrage
touch Zeitstempel von Dateien ändern - Legt Dateien an, wenn das Argument nicht vorhanden ist <dateiname>
cp Kopieren von Dateien und Verzeichnissen <quelldatei/-verzeichnis> <zieldatei/-verzeichnis> copy
mv Verschieben von Dateien und Verzeichnissen <quelldatei/-verzeichnis> <zieldatei/-verzeichnis> move
cat Anzeigen und Zusammenführen von Dateien <dateiname> concatenate
head Anzeigen der ersten Zeilen einer Datei <dateiname>
tail Anzeigen der letzten Zeilen einer Datei <dateiname>
ln Verknüpfungen zwischen Dateien erstellen <dateiname> link
find Dateien innerhalb einer Verzeichnishierarchie finden <dateiname>
wc Bytes, Wörter oder Zeilen von Dateien ausgeben -l Gibt die Anzahl der Zeilen einer Datei aus <Datei> word count

Benutzer- und Gruppenverwaltung

Debian Standard Befehl Beschreibung Wichtige Optionen Options-Parameter Optionsbeschreibung Argumente Herkunft
whoami ID des angemeldeten Benutzers ausgeben
who ID aller angemeldeten Benutzer ausgeben
finger Gibt Informationen zu allen angemeldeten Benutzern aus
last Liste zuletzt angemeldeter Besucher anzeigen
adduser Fügt einen neuen Benutzer hinzu
deluser Löscht einen Benutzer
passwd Ermöglicht das Ändern des Passworts Password
usermod Änderung von Benutzerkonen user modification
w Gibt Informationen zu allen angemeldeten Benutzern aus

Rechteverwaltung

Debian Standard Befehl Beschreibung Wichtige Optionen Options-Parameter Optionsbeschreibung Argumente Herkunft
chmod Ändert den Modus von Dateien change mode
chown Ändert die Benutzer- und Gruppenrechte change owner
chgrp Ändert die Gruppenzugehörigkeit von Dateien change group
umask Anzeige oder Setzen der Date-Modus Maske -S Symbolische Ausgabe unix mask
-p Ausgabe in der Art, dass sie als Input wiederverwendet werden kann

Dateikomprimierung und -archivierung1

Debian Standard Befehl Beschreibung Wichtige Optionen Options-Parameter Optionsbeschreibung Argumente Herkunft
tar Archivierungswerkzeug Tape Archive
gzip Werkzeug zur Datenkompression GNU zip
bzip2 Werkzeug zur Datenkompression zipper
xz Werkzeug zur Datenkompression x zip

1Siehe auch: Vergleich gzip, bzip2, xz und Archive unter Linux (tar, gz, bz2, zip)

I/O Umleitung

Debian Standard Befehl Beschreibung Beispielhafte Verwendung
< Anstatt einer manuellen Eingabe wird der Inhalt einer Datei als Argument (stdin) verwendet grep -nw < /etc/protocols 'ipv6'
> Die Standardausgabe ( stdout) wird in eine Datei umgelenkt echo "Hello World!" > text
>> Die Standardausgabe (stdout) wird einer Datei angehängt echo "Hello World!" >> text
2> Die Fehlerausgabe ( stderr ) wird in eine Datei umgelenkt find /usr admin 2> error-file
2>> Die Fehlerausgabe (stderr) wird einer Datei angehängt find /usr games 2>> error-file
&> Lenkt die Standardausgabe (stdout) und Fehlerausgabe (stderr) in eine Datei um find /usr admin &> searchfile
&>> Hängt die Standardausgabe (stdout) und Fehlerausgabe (stderr) an eine Datei an find /usr games &>> searchfile
| Die Pipe verknüpft zwei Befehle miteinander cat /etc/protocols | grep 'ipv6'
2>&1 Gibt die Fehlerausgabe als Standardausgabe aus cat notafile > file 2>&1[3]

Sonstiges und nützliches

Befehl Optionen Argumente Beschreibung
which <Befehl> Finde einen Befehl
cat /proc/cpuinfo Anzeige von Informationen zu den Prozessoren im System
cat /proc/meminfo Anzeige von Informationen zum Arbeitsspeicher des Systems
free -h --si Anzeige von Informationen zur Arbeitsspeichernutzung des Systems (-h zur besseren Lesbarkeit mit angepassten Einheiten; h: human readable; --si: Anzeige in Potenzen zu 1000)
df -H Anzeige von Informationen zu den Datenträgerbelegungen des Systems (-H zur besseren Lesbarkeit mit angepassten Einheiten in Potenzen zu 1000)

Weiterführende Informationen

Artikel zu Linux Kernel Modulen: How to display list of modules or device drivers in the Linux Kernel

Einzelnachweise

  1. Unterschied von Agrument und Parameter (stackoverflow, 23.04.24)
  2. iw Dokumentation (wireless.wiki.kernel.org, 28.06.2024)
  3. Understand Shell Script's idiom: 2>&1 (www.brianstorti.com, 28.06.2024)


Autor: Stefan Bohn

Stefan Bohn ist seit 2020 bei der Thomas-Krenn.AG beschäftigt. Ursprünglich als Berater für IT-Lösungen im PreSales beheimatet, wechselte er 2022 zum Product Management. Dort widmet er sich dem Wissenstransfer und treibt dabei auch das Thomas-Krenn Wiki voran.

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