Installation Virtual Tape Library
Dieser Artikel beschreibt, wie Sie eine Virtual Tape Library installieren und konfigurieren. Eine Virtual Tape Library bietet verschiedene Vorteile gegenüber einer gewohnten Tape Library, wie beispielsweise die Möglichkeit die Tape-Backups in die Cloud auszulagern oder eine höhere Schreib- und Leseperformance aufgrund der emulierten Tapes.
Dieser Artikel zeigt die Installation und Konfiguration einer VTL anhand von QUADStor, sowie StarWind.
Voraussetzungen:
QUADStor:
- VM mit installierten Debian 12.X, es ist empfohlen auf dieser VM keine weiteren Dienste zu betreiben und diese lediglich als VTL zu nutzen
- VM mit min. 8GB RAM (16GB wenn viel Traffic geplant ist, 64GB wenn Dedup eingesetzt werden sollte)
- VM mit min. 4 Cores
- Alternativ auch als Hardware-System möglich
- gültige Subscription, QUADStor überarbeitet aktuell deren Lizenzmodell
StarWind:
- VM mit installierten Windows oder Linux
- min. 4 vCPU mit 1.7GHz (VM), min. 8 vCPU mit 1,7GHz (VM + ZFS), min. 1 CPU mit 1.7GHz (Bare-Metal)
- min 8GB RAM; min. 16GB RAM bei ZFS
- seperater Datenträger oder Partition für VTL; Kapazität je nach Nutzung
- Alternativ auch als Hardware-System möglich
VTL mit QUADStor
Installation QUADStor VTL
Zu Beginn müssen einige Pakete nachinstalliert werden, welche für den Betrieb der QUADStor VTL benötigt werden:
apt update apt install uuid-runtime build-essential sg3-utils apache2 gzip xz-utils postgresql libpq-dev psmisc linux-headers-`uname -r` a2enmod cgi
Anschließend muss der Webserver gestartet werden:
systemctl restart apache2
Nun muss zusätzlich das Installationspaket für QUADStor auf den Server geladen werden, gehen Sie dazu auf die offizielle QUADStor Website und suchen Sie die passende Version, je nach OS und Version.
In diesem Beispiel wird auf das Paket für Debian 12.X zurückgegriffen, das ausgewählte Paket können Sie nun mit wget auf die VM laden und anschließend installieren:
wget https://www.quadstor.com/vtldownloads/quadstor-vtl-ext-3.0.79.21-debian12-x86_64.deb apt install ./quadstor-vtl-ext-3.0.79.21-debian12-x86_64.deb
Um den Dienst zu aktivieren führen Sie folgenden Befehl aus:
systemctl enable --now quadstorvtl.service
Zum Schluss kann der Dienst überprüft werden, ob dieser aktiviert und funktionsfähig ist, falls dies der Fall ist muss die VM einmal neugestartet werden:
root@np-vtl-01:~# systemctl status quadstorvtl.service
● quadstorvtl.service - QUADStor Virtual Tape Library
Loaded: loaded (/lib/systemd/system/quadstorvtl.service; enabled; preset: enabled)
Active: active (running) since Wed 2024-08-21 08:43:28 CEST; 34min ago
Tasks: 1724
Memory: 241.4M
CPU: 4.031s
CGroup: /system.slice/quadstorvtl.service
├─637 /quadstorvtl/sbin/coredev
├─660 /quadstorvtl/sbin/ietd
└─663 /quadstorvtl/sbin/vtmdaemon
Aug 21 08:43:28 np-vtl-01 vtmdaemon[663]: tl_server_load_conf:3933 ioctl qload
Aug 21 08:43:28 np-vtl-01 vtmdaemon[663]: tl_server_load_conf:3939 restart export jobs
Aug 21 08:43:28 np-vtl-01 vtmdaemon[663]: tl_server_load_conf:3942 reply to client
Aug 21 08:43:28 np-vtl-01 vtmdaemon[663]: tl_server_restart_export_jobs:6641 start
Aug 21 08:43:28 np-vtl-01 vtmdaemon[663]: tl_server_load_conf:3944 end
Aug 21 08:43:28 np-vtl-01 vtmdaemon[663]: tl_server_restart_export_jobs:6704 end
Aug 21 08:43:28 np-vtl-01 systemd[1]: Started quadstorvtl.service - QUADStor Virtual Tape Library.
root@np-vtl-01:~# reboot
Nun können Sie sich auf die Weboberfläche von QUADStor mit der IP Ihrer VM verbinden http://your.server.ip/
Konfiguration QUADStor VTL
Hinweis: Für die Definition der Changer und Drives können Sie auch Import-Files von QUADStor nutzen. Diese finden Sie hier: Definition Files
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Hier sehen Sie das Webinterface von QUADStor. Um die Konfiguration zu beginnen klicken Sie auf [Physical Storage].
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Hier können die nicht zugewiesen Disks den jeweiligen Storage-Pool zugewiesen durch klicken auf [Add]. Führen Sie dies für alle Disks durch.
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Wählen Sie hier den Default Pool aus und klicken Sie [Submit]. Die Zuordnung sollte anschließend in der Übersicht zu sehen sein.
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Falls Sie nicht den Default Pool benutzen möchten, können Sie einen neuen Pool unter [Storage Pools] erstellen. Alternativ dazu können Sie in diesen Reiter auch den Default Pool nach Ihren Wünschen anpassen. Klicken Sie dazu auf [View].
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Nun müssen unter [Device Definitions] die [Drive Definition] angepasst werden, klicken Sie dazu auf [Add Drive Definition] und passen Sie die Parameter an. Eine Erklärung der Parameter ist in der untenstehenden Tabelle zu finden. Klicken Sie dann auf [Submit].
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Unter dem gleichen Reiter müssen auch die Changer erstellt werden, klicken Sie dazu auf [Add Changer Definitions] und passen Sie die Werte an. Übernehmen Sie die Konfiguration durch Klicken auf [Submit].
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Anschließend sollten die Definitionen ähnlich hierzu aussehen.
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Um nun das VTL zu erstellen gehen Sie auf [Virtual Libraries] und klicken Sie auf [Add VTL]. Anschließend können Sie einen Namen, VDrives, VSlots sowie die Definitions von vorhin vergeben. Eine Erklärung dazu finden Sie weiter unten.
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Die Konfiguration sollte ähnlich hierzu aussehen. Um die Konfiguration abzuschließen gehen Sie auf [Add VCartridge].
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Hierbei können Sie unter [Number of VCartridge] definieren, wie viele Tapes in die VSlots integriert werden sollten. Zusätzlich muss auch noch ein Label/Prefix vergeben werden, dieser muss zwingend aus 6 Zeichen, sowie einer 0, für die automatische Nummerierung, bestehen
Begriffserklärung Changer Definitions:
| Begriff | Erklärung |
|---|---|
| Name | Einzigartiger Name für die Changer Definition. Kann nur Zahlen und Buchstaben enthalten. |
| Vendor | Nachgebildeter Herstellername. Kann nur Zahlen und Buchstaben enthalten. |
| Product | Nachgebildeter Produktname. Kann Zahlen, Buchstaben sowie Leerzeichen enthalten. |
| Revision | Nachgebildeter Firmware-Stand. Kann Zahlen, Buchstaben, Leerzeichen und Punkte enthalten. |
| Serial Prefix | Präfix für die automatisch generierte Seriennummer. Wird vor die Seriennummer gestellt. |
| Serial Suffix | Suffix für die automatisch generierte Seriennummer. Wird an die Seriennummer angestellt. |
| Serial Length | Länge der automatisch generierten Seriennummer (meist zwischen 10 - 12) |
| Inquiry Length | Länge der SCSI-Abfrageantwort (meist 56) |
| Drive Start Address | Gibt die Startadresse für Drives an (Kann Default gelassen werden) |
| IE Start Address | Gibt die IE Start-Adresse für Drives an (Kann Default gelassen werden) |
| Slot Start Address | Gibt die Slot Start-Adresse für Drives an (Kann Default gelassen wereden) |
| AVoltag | Legt fest ob der Changer seine virt. Laufwerksseriennummer als Antwort auf ein SCSI Read Element meldet oder nicht. |
Begriffserklärung Drive Definitons:
| Begriff | Erklärung |
|---|---|
| Name | Einzigartiger Name für die Drive Definition. Kann nur Zahlen und Buchstaben enthalten. |
| Vendor | Nachgebildeter Herstellername. Kann nur Zahlend und Buchstaben enthalten. |
| Product | Nachgebildeter Produktname. Kann Zahlen, Buchstaben und Leerzeichen enthalten. |
| Revision | Nachgebildeter Firmware-Stand. Kann Zahlen, Buchstaben, Leerzeichen und Punkte enthalten. |
| Serial Suffix | Suffix für die automatisch generierte Seriennummer. Wird an die Seriennummer angestellt. |
| Serial Prefix | Prefix für die automatisch generierte Seriennummer. Wird vor die Seriennummer gestellt. |
| Serial Length | Länge der automatisch generierten Seriennummer (meist zwischen 10 -12) |
| Inquiry Length | Länge der SCSI-Abfrageantwort (meist 56) |
| Media Type | Definiert welcher Typ an Tape emuliert wird, wie LTO8, LTO7, etc. |
VTL mit StarWind
Installation StarWind
Diese Installation wird auf einem Windows Server 2022. Um die Installation zu beginnen, führen Sie die heruntergeladene EXE-Datei aus.
Hinweis: Zum Testen von StarWind VTL brauchen Sie einen Lizenz-Key für die Trail-Variante mit der Free-Version haben Sie nur einen sehr eingeschränkten Funktionsumfang
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Zu Beginn sehen Sie die Installationsnotizen.
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Wählen Sie hier den Installationspfad aus.
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Haken Sie hierbei alle benötigten Pakete an. Alternativ können Sie auch [Full] auswählen, damit alle Abhängigkeiten berücksichtigt werden.
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Geben Sie nun einen Pfad für das Start Menü ein.
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Gegebenenfalls können Sie in diesem Schritt ein Desktop Icon erstellen lassen.
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Anschließend müssen Sie angeben, ob Sie bereits einen Licence-Key haben oder nicht. Falls nicht öffnet sich die StarWind Webseite und Sie können einen Key beantragen.
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Folgend muss der Pfad zum Licence-Key eingegeben werden.
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Nun sehen Sie eine kurze Summary über die Lizenz.
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Anschließend müssen Sie die EULA akzeptieren.
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Nun sehen Sie eine Übersicht über die konfigurierten Parameter, falls diese Ihren Wünschen entsprechen, klicken Sie auf [Install].
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Folgend können Sie noch verschiedene Parameter wie Ports oder Passwörter anpassen. Durch Klicken auf [OK] wird die Installation abgeschlossen.
Konfiguration StarWind
Nach der erfolgreichen Installation müssen noch ein paar Konfigurationen durchgeführt werden, damit Sie die VTL in ihr System einbinden können:
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Nun können Sie die StarWind Management Console öffnen, Ihnen wird hierbei zu Beginn angezeigt, dass noch kein Pool konfiguriert ist.
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Gehen Sie um diesen zu konfigurieren auf der linken Seite unter [Server] auf Ihren Server und klicken Sie auf [Connect], anschließend können Sie das jeweilige Laufwerk für den Pool auswählen.
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Anschließend klicken Sie auf "Add VTL Device". Hier können Sie eine neue VTL erstellen oder eine bereits existierende hinzufügen. Geben Sie dazu den jeweiligen Pfad an.
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Wählen Sie zusätzlich ein Model aus, welches emuliert werden sollte und klicken Sie auf [Next].
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Nun können Sie einen Alias für das VTL Target angeben. Geben Sie dazu einen Namen an und wählen Sie [Create new Target] aus. Zusätzlich können Sie auch die Verbindung von mehreren iSCSI Endpunkten zulassen. Klicken Sie folgend auf [Next].
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Die VTL wird nun erstellt und konfiguriert
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Zuletzt sehen Sie noch einmal den Targetnamen, mit welchen Sie die VTL an Ihr System anbinden können. Klicken Sie zum Abschluss auf [Close].
Anschließend können Sie Ihre jeweilige VTL in Ihre Backupinfrastruktur anbinden und mit der Sicherung beginnen.
Weitere Informationen
Installing a Virtual Tape Library
Installation on RHEL CentOS SLES Debian
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Autor: Niklas Pauli Niklas Pauli arbeitet im Product Management Team von Thomas-Krenn. Er absolvierte am Gymnasium Freyung seine Allgemeine Hochschulreife und anschließend seine Ausbildung als Fachinformatiker für Systemintegration bei der Thomas-Krenn.AG. Nach seiner Ausbildung beschäftigt er sich weiterhin mit den Themengebieten Proxmox VE inkl. Ceph, Backup (Proxmox, Veeam, SEP) oder dem Thomas-Krenn-Wiki. |

