GRAID SupremeRAID für NVMe RAID

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SupremeRAID ist eine softwaredefinierte Lösung für den Einsatz von SSDs, insbesondere NVMes, in einem RAID-Verbund. Die Software ist auf dedizierten GPUs installiert und arbeitet damit weitestgehend unabhängig von der Leistung der CPU. Da SupremeRAID ausschließlich mit den entsprechenden GPUs geliefert wird, kann es als RAID-Controller bezeichnet werden.

SupremeRAID unterstützt bis zu 32 physische Laufwerke.

Funktionsweise

Abb. 1: Logischer SupremeRAID Stack.[1]

In einem SupremeRAID Stack gibt es drei logische Komponenten: Physische Datenträger, Drive Groups und virtuelle Datenträger. Aus den nativ im System vorhanden oder per NVMe-oF angeschlossenen Datenträgern werden Drive Groups gebildet, eine logische Einheit aus mehreren Datenträgern. Dann werden diese im RAID-Verbund dem Betriebssystem als virtuelle Datenträger dargestellt.[1][2]

Physische Datenträger

Da NVMe-Laufwerke nicht direkt an den SupremeRAID-Controller angeschlossen werden, muss dem Controller mitgeteilt werden, welche SSDs verwaltet werden können.

Sobald eine SSD als physisches Laufwerk angelegt wurde, löst der SupremeRAID-Treiber die Verbindung der SSD zum Betriebssystem.

Gleichzeitig wird vom SupremeRAID-Treiber ein entsprechender Geräteknoten angelegt. Über diesen Geräteknoten können Sie die SSD-Informationen, wie z.B. das SSD-Modell oder SMART-Protokolle, überprüfen.[1][2]

Drive Groups

Die Hauptkomponente der RAID-Logik ist eine RAID-Group. Bei der Erstellung der Drive Group initialisiert der SupremeRAID-Treiber die physischen Laufwerke mit dem entsprechenden RAID-Modus. So wird sichergestellt, dass die Daten und die Parität synchronisiert sind.

Es gibt zwei Arten der Initialisierung:

  1. Fast Initialization: Wenn alle physischen Laufwerke in der Drive Group den Verwaltungsbefehl de-allocate dataset unterstützen, führt der SupremeRAID-Treiber standardmäßig eine Fast Initialization durch. Diese optimiert den Status der Drive Group sofort.
  2. Background Initialization: Diese Art der Initialisierung wird im Hintergrund durchgeführt. Die Leistung wird geringfügig beeinträchtigt, dafür können während des Vorgangs virtuelle Datenträger angelegt und darauf zugegriffen werden.

SupremeRAID unterstützt 4 (Windows) bzw. 8 (Linux) Drive Groups mit maximal 32 physischen Datenträgern pro Drive Group.[1][2]

Virtuelle Datenträger

Der virtuelle Datenträger entspricht einem RAID-Volumen. Man kann mehrere virtuelle Datenträger in derselben Drive Group für unterschiedliche Anwendungen erstellen.

Außerdem ist es möglich, das Dateisystem oder die laufende Anwendung direkt auf diesem Geräteknoten zu erstellen.

Derzeit unterstützt der SupremeRAID-Treiber maximal 8 (Windows) bzw. 1023 (Linux) virtuelle Datenträger in jeder Drive Group.[1][2]

Betriebssysteme

SupremeRAID ist sowohl kompatibel mit Windows und Windows Server Betriebssystemen, als auch mit verschiedenen Linux-Distributionen. Nachfolgend einer Liste aller unterstützten Betriebssysteme (Stand 03.2025):

Windows

Folgende Windows Versionen werden unterstützt:

  • Windows 11
  • Windows Server 2019
  • Windows Server 2022
  • Windows Server 2025

Eine aktuelle Liste aller unterstützter Windows Versionen finden Sie auf der Hersteller-Seite.[3]

Linux

Folgende Linux Distributionen werden unterstützt:

  • AlmaLinux 8 / 9
  • CentOS 7 / 8
  • Debian 11 / 12
  • openSUSE Leap 15
  • Oracle Linux 8 / 9
  • SLES 15
  • RHEL 7 / 8 / 9
  • Rocky Linux 8 / 9
  • Ubuntu 20.04 / 22.04 / 24.04

Eine aktuelle Liste aller unterstützter Distributionen finden Sie auf der Hersteller-Seite.[4]

Installation

Ausführliche Anleitungen für die Installation finden Sie hier:

Hinweis: SupremeRAID kann nur für Speichermedien eingesetzt werden. Ein Einsatz mit Bootmedien funktioniert nicht!

Modelle

Die SupremeRAID Software ist nur mit den für Sie vorgesehenen GPUs verwendbar. Für den Einsatz als RAID-Controller werden GPUs von NVIDIA verwendet.

Im folgenden finden Sie die Soft- und Hardware-Spezifikationen der verschiedenen SupremeRAID-Modelle:

SR-1001-FD08 SR-1001-FD12 SR-1000 SR-1000-AM SR-1010 SR-1010-AD
GPU Spezifikationen
Modell NVIDIA T400[5] NVIDIA T1000[6] NVIDIA A1000[7] NVIDIA A2000[8] NVIDIA 2000 Ada[9]
Host Schnittstelle PCIe Gen. 3.0 x16 PCIe Gen 4.0 x8 PCIe Gen 4.0 x16 PCIe Gen. 4.0 x8
Max. Leistungsaufnahme (in W) 30 50 70
Form Faktor (H x L) 2,713" x 6,137" 2,7" x 6,4" 2,713" x 6,6" 2,7" x 6,6"
Slots Single Slot Dual Slot
Software Spezifikationen
Unterstützte RAID Level RAID 0, 1, 5, 6, 10
Max. Anzahl Datenträger 32
Max. Anzahl NVMe 8 12 32
Max. Drive Groups Linux 8
Windows 4
Max. virt. Datenträger pro Drive Group Linux 1023
Windows 8
Unterstützte Plattformen AMD, ARM (Nur Ubuntu), Intel
Unterstützte Virtualisierungsumgebungen KVM, Proxmox VE, Virtuozzo OpenVZ, Windows Server Hyper-V

Weiterführende Informationen

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 SupremeRAID™ Linux User Guide von Graidtech Inc. (download.graidtech.com, 03.2025)
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 SupremeRAID™ Windows User Guide (downloads.graidtech.com, 03.2025)
  3. Liste kompatibler Windows Versionen von Graidtech. Inc. (docs.graidtech.com, 03.2025)
  4. Liste kompatibler Linux Distributionen von Graidtech (docs.graidtech.com, 03/2025)
  5. Datenblatt NVIDIA T400 (nvidia.com, 03.2025)
  6. Datenblatt NVIDIA T1000 (nvidia.com, 03.2025)
  7. Datenblatt NVIDIA A1000 (nvidia.com, 03.2025)
  8. Datenblatt NVIDIA A2000 (nvidia.com, 03.2025)
  9. Datenblatt NVIDIA RTX 2000 Ada (nvidia.com, 03.2025)


Autor: Stefan Bohn

Stefan Bohn ist seit 2020 bei der Thomas-Krenn.AG beschäftigt. Ursprünglich als Berater für IT-Lösungen im PreSales beheimatet, wechselte er 2022 zum Product Management. Dort widmet er sich dem Wissenstransfer und treibt dabei auch das Thomas-Krenn Wiki voran.

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