Broadcom RAID-Controller BIOS nicht ausführbar
Im folgenden Wiki-Artikel erfahren Sie, weshalb bei neueren Broadcom Storage Controllern kein Konfigurations-Menü verfügbar ist. Es werden drei alternative Methoden zur Erstellung eines RAID erläutert.
Ursache
Die Broadcom Controller der 94XX und 95XX Baureihen verfügen über kein Legacy Controller BIOS. Controller erscheinen zwar während des POST, es gibt allerdings keine Möglichkeit das BIOS des Controllers zu öffnen und die PCIe Karte zu konfigurieren. Die von den Vorgängermodellen gewohnte Tastenkombination Strg + R ist nicht vorhanden bzw. funktional.
| Controller im Legacy Modus mit und ohne Legacy BIOS Support | |
|---|---|
| Broadcom MegaRAID 9361-8i | Broadcom MegaRAID 9560-8i |
Controller konfigurieren
Der einfachste Weg um einen RAID-Controller der 94/95er Generation zu konfigurieren, ist diesen im UEFI Modus zu betreiben. Dazu muss im Mainboard BIOS unter Advanced -> PCIe/PCI/PnP Configuration der entsprechende Slot auf UEFI gestellt sein. Der Controller kann nach einem Neustart im Mainboard BIOS im Menü Advanced unter dem Punkt Broadcom <MegaRAID Modell> Configuration Utility gefunden werden. Sollte es aus Kompatibilitätsgründen erforderlich sein, können die Controller der 94/95er Generation auch weiterhin im Legacy betrieben werden. Aufgrund der fehlenden Verwaltungsoberfläche müssen diese über andere Wege konfiguriert werden.
| Hinweis: Legacy-Boot von einer MBR-Partition wird nicht vom Controller unterstützt. Das OS muss auf einem nicht vom Controller verwalteten Datenträger installiert sein. |
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UEFI RAID-Controller BIOS (HII utility)
Der einfachste Weg um einen Controller ohne Legacy BIOS zu konfigurieren ist dieses über das UEFI BIOS zu erledigen. Diese Methode hat den Vorteil, dass kein Betriebssystem erforderlich ist. Zudem sind auch keine weiteren cli-Tools / Programme notwendig:
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Im BIOS unter Boot -> Boot Mode Select Legacy auswählen. Anschließend speichern und neu starten.
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Im BIOS unter Advanced die Broadcom Configuration Utility suchen.
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Zum konfigurieren eines RAIDs das "Main Menu" öffnen.
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Den Punkt "Configuration Management" auswählen.
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Für das manuelle erstellen zu"Create Virtual Drive" navigieren.
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Das gewünschte RAID-Level sowie Datenträger auswählen. Bei Bedarf noch die "Virtual Drive Parameters" anpassen.
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Die Warnung, dass sämtliche vorhandenen Daten verloren gehen, bestätigen.
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Anschließend mit "ESC" die Utility verlassen und das Mainboard unter "Boot -> Boot Mode Select" zurück auf UEFI stellen.
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Beim nächsten Reboot wird das soeben erstellte RAID während des POST angezeigt.
storcli
Storcli ist ein Kommandozeilen Programm, welches für Linux, Efi-Shell, Windows, FreeBSD und VMware ESXi Betriebssysteme verfügbar ist. Im folgenden Beispiel wird ein einfaches RAID-1 mit den Standard RAID-Settings erstellt. Weitere Information zu den Storcli Befehlen und Parametern finden Sie im Storcli User Guide .
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Mit dem Befehl "storcli /c0 /eall show all" werden sämtliche angeschlossene Datenträger ausgegeben. Notieren Sie sich für die erwünschten Geräte die Enclosure ID sowie den Slot (siehe rot Markierung).
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Mit "storcli /c0 add vd type=[RAID-Level] drives=[Enclosure ID]:[disk]" kann ein RAID mit den Standard Settings angelegt werden.
LSI Storage Authority (LSA)
Ist auf dem Server bereits auf einem anderen Datenträger ein Betriebssystem installiert kann über das Monitoring Programm LSI Storage Authority, kurz LSA, ebenfalls ein RAID-Verbund eingerichtet werden. Im Artikel RAID 10 mit Broadcom LSA Storage Manager einrichten ist das genaue vorgehen erläutert.
Einzelnachweise
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Autor: Thomas-Krenn.AG Bei der Thomas-Krenn.AG achten wir auf den bestmöglichen Service. Um dem gerecht zu werden, haben wir unser Thomas-Krenn Wiki ins Leben gerufen. Hier teilen wir unser Wissen mit Ihnen und informieren Sie über Grundlagen und Aktuelles aus der IT-Welt. Ihnen gefällt unsere Wissenskultur und Sie wollen Teil des Teams werden? Besuchen Sie unsere Stellenangebote. |

