Alias in Linux nutzen

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Mit dem alias Kommando lassen sich häufig verwendete oder komplexe Befehle auf der Kommandozeile in einem neuen Befehl vereinfachen. Dieser Artikel zeigt die Verwendung von alias und wie man die Alias permanent hinterlegen kann.

Verwendung

Ein alias hilft bei der Vereinfachung eines komplexen Kommandos auf der Befehlszeile.

Beispiel

Für eine Anzeige über den verwendeten Arbeitsspeicher kann man folgenden Befehl verwenden:

free -m -s 1 -c 60 | grep -B 1 Speicher >> memory.log &

Der Befehl prüft 60 Sekunden lang jede Sekunde, wie viel Speicher in MiByte verfügbar und in Verwendung ist und schreibt die Angaben dann in die Datei memory.log.

Der Befehl ist allerdings recht komplex. Man könnte dafür ein Skript schreiben und dieses mit bash aufrufen, wenn man es benötigt.

Einfacher ist aber die Definition eines alias:

alias freemem="free -m -s 1 -c 60 | grep -B 1 Speicher >> memory.log &"

Nun lässt sich der Befehl einfach über die Eingabe von freemem aufrufen.

Definitionsaufruf

Hat man mehrere Alias festgelegt, kann man den Überblick verlieren. Durch den Aufruf von alias ohne Optionen und Parameter wird eine Liste der definierten Aliase ausgegeben.

Einbindung bei Systemstart

Hat man ein alias gemäß der obigen Anleitung definiert, gilt diese Definition nur während der laufenden Sitzung.

Um ein alias auch nach dem Neustart verfügbar zu machen, gibt es zwei Wege: Nutzergebundene Einbindung und globale Einbindung.

Nutzergebundene Einbindung

Für bestimmte Nutzer schreibt man alle alias-Befehle im /home-Verzeichnis des jeweiligen Nutzers in die ~/.bash_aliases Datei.

Damit die Datei nach dem Login des Nutzers auch aufgerufen wird, muss in der ~/.bashrc noch der entsprechende Aufruf vorhanden sein:

if [ -f ~/.bash_aliases ]; then
    . ~/.bash_aliases
fi

Beispiel ~/.bash_aliases

Wir bleiben bei unserem freemem Alias. In der Datei der Alias so hinterlegt:

#! /usr/bin/env bash

# Eine Liste permanenter aliases für den derzeitigen Nutzer.

alias freemem="free -m -s 1 -c 60 | grep -B 1 Speicher >> memory.log &"

Globale Einbindung

Damit ein alias nutzerunabhängig wird, muss es in der Datei /etc/bash.bashrc hinterlegt werden. Dafür benötigt man root-Rechte.

Hinweis: Sie bearbeiten eine systemkritische Datei. Lassen Sie bei der Bearbeitung größte Vorsicht walten!

Beispiel /etc/bash.bashrc

Am Ende der Datei kann man folgende Zeilen eintragen:

# Eine Liste globaler aliases.

alias freemem="free -m -s 1 -c 60 | grep -B 1 Speicher >> memory.log &"


Autor: Stefan Bohn

Stefan Bohn ist seit 2020 bei der Thomas-Krenn.AG beschäftigt. Ursprünglich als Berater für IT-Lösungen im PreSales beheimatet, wechselte er 2022 zum Product Management. Dort widmet er sich dem Wissenstransfer und treibt dabei auch das Thomas-Krenn Wiki voran.

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