TKmon 2.2 durch Release Upgrade auf Ubuntu 16.04 installieren

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Dieser Artikel zeigt, wie Sie Ihre bestehende Monitoring-Software TKmon 2.1, betrieben unter Ubuntu 14.04, auf die neue Version 2.2 aktualisieren. Dieser Schritt bedingt ein Release Upgrade auf Ubuntu 16.04. Wie Sie diesen Vorgang erfolgreich durchführen, erklären wir Ihnen ausführlich und Schritt für Schritt in diesem Wikiartikel.

Informationen zur Aktualisierung

Ein Release Upgrade ist bei einer TKmon Appliance über eine SSH-Sitzung oder lokal per Monitor und Keyboard vorzunehmen. Da bei einem Release Upgrade alle zusätzlichen Paketquellen deaktiviert werden, würde TKmon dadurch deinstalliert werden. Deshalb haben wir Ihnen hier eine Anleitung erstellt, wie dies verhindert wird.

Konfigurationsbackup im TKmon Webinterface

Wichtiger Hinweis: Bitte erstellen Sie ein Backup Ihrer TKmon Konfiguration im Webinterface. Damit werden die konfigurierten Hosts, Services, Kontakte und auch die Call-Home-Service Konfiguration gesichert. Melden Sie sich dazu am TKmon Webinterface an und manövrieren Sie zum Menüpunkt Backup in der linken Menüleiste. Im Reiter Backup können Sie bequem per Klick auf die grüne Schaltfläche Konfiguration sichern ein gepacktes Archiv ihrer Konfiguration herunterladen.

Anmelden am TKmon System

Melden Sie sich dafür über eine SSH-Sitzung oder auch lokal per Keyboard und Monitor am TKmon System an.

  • SSH-Session: ssh <Benutzername>@<IP-Adresse-der-TKmon-Appliance|FQDN-der-Appliance>
  • Lokal: Geben Sie Ihren Benutzernamen und anschließend das Passwort ein, siehe die ersten beiden Screenshots in der Bildergalerie unten.

Alte Kernel entfernen

Bei Ubuntu Versionen vor 15.10 kann es bei der Verwendung einer separaten Boot-Partition dazu kommen, dass diese Partition vollläuft und der Aktualisierungsvorgang nicht abgeschlossen werden kann. Stellen Sie deshalb vor dem Release Upgrade sicher, dass alte, nicht mehr erforderliche, Kernel entfernt sind.

Allow third party Eintrag

Vorab bedarf es einer zusätzlichen Datei, die selbst hinzugefügte Paketquellen nicht deaktiviert.[1] Mit den nachfolgenden Konfigurationsschritten legen Sie diese Datei an.

  1. Wechseln Sie in folgendes Verzeichnis:
    cd /etc/update-manager/release-upgrades.d/
  2. Legen Sie eine neue Datei "thirdparty.cfg" an:
    sudo vi thirdparty.cfg
  3. Fügen Sie nun den folgenden Inhalt in die Datei ein (Taste "i" für Insert Mode zuvor drücken):
    [Sources]
    AllowThirdParty = yes
  4. Speichern Sie die Datei ab (Taste "Esc" zuvor drücken):
    :x

Release Upgrade durchführen

Nach den oben angeführten Vorbereitungsmaßnahmen können Sie nun Ihre TKmon 2.1 Installation unter 14.04 auf TKmon 2.2 unter 16.04 aktualisieren.

Kurzzusammenfassung zur Aktualisierung

Kurz zusammengefasst, können Sie mit dem Kommando "do-release-upgrade" den Upgrade-Vorgang starten.

Wichtig: Bitte beachten Sie unbedingt, den Schritt Allow third party Eintrag vorab durchzuführen.

$ sudo do-release-upgrade

Sie werden im Laufe des Installationsprozesses immer wieder gefragt, ob Sie eine neue Version einer Datei anlegen wollen, bei dem SMS Daemon bitte die Konfigurationsdatei beibehalten, bei den restlichen Abfragen können Sie mit mit y oder mit OK eine neue Version anlegen.

Detaillierte Anleitung mit allen Schritten der Aktualisierung

Neben der obigen Kurzanleitung unter Angabe der Parameter haben wir nachfolgend für Sie eine detaillierte Schritt-für-Schritt Anleitung angeführt.

smsd.conf Wiederherstellen

Falls Sie doch die bestehende smsd.conf mit der neuen Maintainer-Version überschrieben haben sollten, können Sie die entfernten Konfigurationseinträge ganz schnell wiederherstellen. Diese Einträge sind für das CEP_CT63 Modem erforderlich. Melden Sie sich dazu vorab per SSH am TKmon System an, danach können Sie dieser Anleitung folgen:

tkmon@tkmon:~$ sudo -i
[sudo] password for tkmon: 
# sed -i.orig -e 's/devices \= GSM1/devices \= CEP_CT63/g' /etc/smsd.conf
# cat /usr/share/doc/tkmon/cep_ct63.cfg >> /etc/smsd.conf
# /etc/init.d/npcd restart
[ ok ] Restarting npcd (via systemctl): npcd.service.
# exit

Alte Interfacebezeichnung wiederherstellen

Sie können die Interfacebezeichnung auch nach einem Release Upgrade wieder auf das alte Schema ethX zurücksetzen, folgen Sie dazu dieser Anleitung:

Interfacebezeichnung prüfen

Prüfen Sie, ob die Interfacebezeichnung eth0 lautet. Wenn wie in diesem Fall die Netzwerkschnittstelle mit eth0 bezeichnet ist, bedarf diese Datei keiner Änderung.

tkmon@tkmon:~$ cat /etc/network/interfaces
# This file describes the network interfaces available on your system
# and how to activate them. For more information, see interfaces(5).

# The loopback network interface
auto lo
iface lo inet loopback

# The primary network interface
auto eth0
iface eth0 inet dhcp

Änderung der Interfacebezeichnung

Falls jedoch die Bezeichnung z.B. enp3s0 o.ä. lautet, dann folgende Schritte durchführen.

$ sudo vi /etc/network/interfaces
  • Taste i für den Einfügemodus
  • Einträge zum primären Netzwerkinterface auf "eth0" ändern (z.B. von enp3s0)
  •  :x eintippen, zum Speichern und Beenden

Grub Eintrag aktualisieren

Danach muss Grub mitgeteilt werden, dass die Interfaces nach dem alten Schema benannt werden sollen.

$ sudo vi /etc/default/grub
  • Taste i für den Einfügemodus
  • Dann den folgenden Eintrag der Datei wie folgt abändern
GRUB_CMDLINE_LINUX="net.ifnames=0"
  • Datei per :x speichern und gleichzeitig beenden
$ sudo update-grub

Neustart des Systems

Nach der Anpassung der Konfigurationsdateien können Sie nun einen Neustart durchführen.

$ sudo reboot

Aufräumarbeiten nach einem Release Upgrade

Es verbleiben noch Konfigurationsdateien von den alten, entfernten Paketen auf dem System. Um es zu säubern, können Sie folgende Vorgehensweise anwenden. Dadurch werden die alten und obsoleten Pakete, inklusive Konfigurationsdateien, entfernt.

  1. Aufspüren der "rc" markierten Paketdateien.
    Das Kürzel "rc" bedeutet sie sind zum entfernen markiert, aber es sind noch Konfigurationsdateien vorhanden.
  2. Mit dpkg -l und anschließendem greppen nach dem Status rc diese Pakete anzeigen lassen.
    $ dpkg -l|grep '^rc'
  3. Ausgabe der gekürzten Liste der Pakete mit rc-Status
    rc apt-xapian-index 0.47ubuntu8.3 all maintenance and search tools for a Xapian index of Debian packages
    rc aptitude 0.6.8.2-1ubuntu4 amd64 terminal-based package manager
    rc at-spi2-core 2.10.2.is.2.10.1-0ubuntu1 amd64 Assistive Technology Service Provider Interface (dbus core)
    [...]
    rc php5-cli 5.5.9+dfsg-1ubuntu4.21 amd64 command-line interpreter for the php5 scripting language
    rc php5-common 5.5.9+dfsg-1ubuntu4.21 amd64 Common files for packages built from the php5 source
    rc php5-curl 5.5.9+dfsg-1ubuntu4.21 amd64 CURL module for php5
    rc php5-gd 5.5.9+dfsg-1ubuntu4.21 amd64 GD module for php5
    rc php5-json 1.3.2-2build1 amd64 JSON module for php5
    rc php5-readline 5.5.9+dfsg-1ubuntu4.21 amd64 Readline module for php5
    rc php5-sqlite 5.5.9+dfsg-1ubuntu4.21 amd64 SQLite module for php5
    rc php5-xcache 3.1.0-2 amd64 Fast, stable PHP opcode cacher
    [...]
    rc xserver-xorg-video-vmware 1:13.0.2-2ubuntu1 amd64 X.Org X server -- VMware display driver
    rc xterm 297-1ubuntu1 amd64 X terminal emulator
  4. Jetzt kann dies noch verwendet werden, um nur die Paketnamen dem dpkg --purge Kommando zu übergeben.
    $ dpkg --list |grep "^rc" | cut -d " " -f 3 | xargs sudo dpkg --purge
    Durch diesen Befehl werden alle "rc" markierte Pakete entfernt.
  5. Sie können dies mit folgendem Kommando überprüfen:
    $ dpkg -l|grep '^rc'|wc -l
    0

Einzelnachweise

  1. Keep PPAs Enabled when Upgrading to a New Ubuntu Release (support.system76.com)


Foto Thomas Niedermeier.jpg

Autor: Thomas Niedermeier

Thomas Niedermeier, Abteilung Communications / Knowledge Transfer bei Thomas-Krenn, absolvierte an der Hochschule Deggendorf sein Studium zum Bachelor Wirtschaftsinformatik. Seit 2013 ist Thomas bei Thomas-Krenn beschäftigt und kümmert sich hier vor allem um das TKwiki. Er ist ein begeisterungsfähiger, technisch interessierter Linux und Mac Nutzer, fährt im Winter gerne Ski und geht im Sommer gern ins Schwimmbad.


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