Physical Address Extension unter Windows Server

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Mit PAE ist es möglich mit einem 32bit System mehr als 4GB RAM zu verwenden.

Bei PAE handelt es sich um die zusätzliche Fähigkeit des IA32-Prozessors, mehr als 4 GB (Gigabyte) physikalischen Speicher zu adressieren. Die folgenden Betriebssysteme können PAE verwenden und somit physikalischen Speicher über 4 GB nutzen:

  • Microsoft Windows 2000 Advanced Server
  • Microsoft Windows 2000 Datacenter Server
  • Microsoft Windows Server 2003, Enterprise Edition
  • Microsoft Windows Server 2003, Datacenter Edition

Verwenden Sie die Befehlszeilenoption /PAE in der Datei "Boot.ini", um PAE zu aktivieren.

Hinweis: Bei Windows Server 2003 wird PAE nur dann automatisch aktiviert, wenn der Server Hot-Add-Speichergeräte verwendet. In diesem Fall müssen Sie auf einem System, das für die Verwendung von Hot-Add-Speichergeräten konfiguriert ist, die Befehlszeilenoption /PAE nicht verwenden. In allen anderen Fällen müssen Sie die Befehlszeilenoption /PAE in der Datei "Boot.ini" verwenden, um einen Speicher von mehr als 4 GB nutzen zu können.

Ein Prozess unter Windows 2000 oder Windows Server 2003 kann normalerweise bis zu 2 GB Speicher adressieren (sofern die Befehlszeilenoption /3GB nicht verwendet wurde), wobei ein Teil dieses Speichers physikalischer Speicher und ein Teil virtueller Speicher ist. Je mehr Programme bzw. Prozesse ausgeführt werden, desto mehr Speicher wird verwendet, bis die gesamten 2 GB in Verwendung sind.

In diesem Fall steigt die Auslagerungsaktivität dramatisch an, was möglicherweise negative Auswirkungen auf die Systemleistung hat. Die Speicher-Manager von Windows 2000 und Windows Server 2003 verwenden PAE, um einem Programm mehr physikalischen Speicher zur Verfügung zu stellen. Der Speicherinhalt muss dann nicht mehr so häufig in die Auslagerungsdatei verschoben werden, und die Systemleistung verbessert sich. Das Programm selbst hat in die tatsächliche Speichergröße keinen Einblick. Die gesamte Speicherverwaltung und die Zuweisung von PAE-Speicher ist Aufgabe des Speicher-Managers. Dieser arbeitet unabhängig von den sonstigen ausgeführten Programmen.

Die obigen Informationen gelten auch für Programme, die unter Verwendung der Befehlszeilenoption /3GB ausgeführt werden. Einem Programm, das 3 GB Speicher anfordert, wird es eher ermöglicht, einen Großteil seiner Daten im physikalischen Speicher zu behalten anstatt sie auszulagern. Das verbessert die Leistung von Programmen, die die Befehlszeilenoption /3GB verwenden können. Eine Ausnahme stellt die Verwendung der Befehlszeilenoption /3GB zusammen mit der Befehlszeilenoption /PAE dar. In diesem Fall verwendet das Betriebssystem keinen Speicher über 16 GB. Der Grund für dieses Verhalten liegt in der Verwaltung virtuellen Speichers seitens des Kernels. Wenn also das System mit der Befehlszeilenoption /3GB in der Datei "Boot.ini" neu gestartet wird und über mehr als 16 GB physikalischen Speicher verfügt, wird der physikalische RAM über 16 GB vom Betriebssystem nicht verwendet. Wenn der Computer ohne die Befehlszeilenoption /3GB neu gestartet wird, kann wieder der gesamte physikalische Speicher verwendet werden.

Eine "Boot.ini"-Datei, zu der die Befehlszeilenoption PAE hinzugefügt wurde, sieht beispielsweise folgendermaßen aus:

[Bootloader]
timeout=30
default=multi(0)disk(0)rdisk(0)partition(2)\WINDOWS
[Betriebssysteme]
multi(0)disk(0)rdisk(0)partition(2)\WINDOWS="Windows Server 2003, Enterprise" /fastdetect /PAE

Zusammengefasst ist PAE also eine Funktion des Speicher-Managers von Windows 2000 Server bzw. Windows Server 2003, die einem Programm, das zusätzlichen Speicher anfordert, mehr physikalischen Speicher zur Verfügung stellt. Das Programm bemerkt nichts davon, dass ein Teil des von ihm verwendeten Speichers im Bereich über 4 GB liegt. Es würde ebenso wenig etwas davon bemerken, dass sich ein Teil des verwendeten Speichers in der Auslagerungsdatei befindet.

Wenn Sie im System zusätzlichen Speicher einrichten, besteht die Möglichkeit, dass zwar das BIOS die gesamte Menge des physikalischen RAM erkennt, die auf dem Server installiert ist, aber Windows nur einen Teil des RAM erkennt. Wenn der Server über ein redundantes Speicherfeature oder Speicherspiegelungsfeature verfügt, das aktiviert ist, kann Windows den gesamten zusätzlichen Speicher möglicherweise nicht erkennen. Durch redundanten Speicher steht dem System beim Fehlschlagen einer Speicherdatenbank eine Failover-Speicherbank zur Verfügung. Bei der Speicherspiegelung werden die Speicherbanken in einen gespiegelten Satz geteilt. Beide Features werden in BIOS aktiviert bzw. deaktiviert, und Sie können nicht über Windows auf sie zugreifen. Informationen dazu, wie Sie Änderungen an den Einstellungen dieser Features vornehmen, finden Sie im Benutzerhandbuch des Systems oder auf der OEM-Website. Sie können sich aber auch an den Hersteller Ihrer Hardware wenden, um diese Informationen zu erhalten.

Wenn Sie beispielsweise mit einem System arbeiten, das über 4 GB RAM verfügt und Sie dann 4 GB zusätzlichen RAM installieren, erkennt Windows möglicherweise nur 4 GB physikalischen Speicher oder eventuell 6 GB anstelle der gesamten 8 GB. Das redundante Speicherfeature bzw. das Speicherspiegelungsfeature ist möglicherweise ohne Ihr Wissen auf den neuen Speicherbänken aktiviert. Diese Symptome ähneln denen, die auftreten, wenn Sie die Befehlszeilenoption /PAE nicht zur Datei "Boot.ini" hinzufügen.

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